Die Unsichtbaren – Migration in Europa

re:publica 2015
Politics & Society

Short thesis: 

Jeder hundertste Mensch in Europa lebt versteckt in der Illegalität – einer von hundert Menschen, den wir auf der Straße, beim Bäcker, im Stadtpark treffen, hat kein offizielles Recht hier zu sein. Wir von CORRECT!V – dem ersten gemeinnützigen Recherchebüro in Deutschland – wollen verstehen, wie diese Menschen leben, wovon sie träumen. Dafür haben wir über viele, viele Wege und Kontakte einen mehrsprachigen Fragebogen im Internet verbreitet – und wollen für Euch die Geheimnisse dieser besonderen Recherche lüften.

Description: 

Wir wollen Migrantinnen und Migranten in der Illegalität sichtbar machen. Mindestens fünf Millionen Einwanderer in die Europäische Union können ihre bürgerlichen Rechte nicht umsetzen – so viele, wie im gesamten Ruhrgebiet oder im Großraum Berlin. Sie haben eigentlich keine Erlaubnis, sich bei uns aufzuhalten, sie dürfen hier nicht arbeiten, können nicht zur Schule gehen und sind für die meisten von uns unsichtbar. Jeder hundertste Mensch, dem wir begegnen, führt ein verstecktes Leben. Sie wohnen in einem Zimmer des Mietshauses nebenan, sie bereiten schwarz in Restaurants unser Essen zu, sie reinigen für einen Hungerlohn unsere Büros und sie ziehen auf Baustellen Mauern hoch.

Aber wir kennen sie nicht. Wer sind sie wirklich? Wie leben und wohnen sie? Was sind ihre Träume und Visionen? Und wer sind ihre Nutznießer? Welche Betriebe könnten ohne ihre illegale Beschäftigung gar nicht überleben? Wo sehen sich diese Menschen in fünf Jahren? Wir verleihen den Menschen in der Illegalität eine Stimme.

Die Unsichtbaren bauen auf einem Projekt auf, dass wir in den vergangenen Monaten mit freien Journalisten aus Portugal, Spanien, Italien und Griechenland umgesetzt haben. Das Projekt "GenerationE". Hier haben junge Migranten aus Südeuropa ihre Erfahrungen in einem Fragebogen geteilt und wir haben ihre Geschichten unter generatione.correctiv.org erzählt. Die Recherche zu den Unsichtbaren ist die nächste Stufe. Jetzt wenden wir uns denen zu, die bislang überhaupt keine Lobby haben.

Wir wollen Euch auf der re:publica zeigen, wie wir in monatelanger Arbeit mit diesen Menschen in Kontakt gekommen sind, und wie wir gerade die größte europäische Datenbank über Menschen in der Illegalität aufbauen. Denn bislang fehlt selbst der Europäischen Union jegliche Idee darüber, wie der Alltag dieser vielen Menschen aussieht. Wir lüften das Geheimnis.

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STG-8
Wednesday, May 6, 2015 - 11:45 to 12:15
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